 © Sammlung Musikgeschichte der Meininger Museen |
Wilhelm Berger
2011 jährt sich der Geburtstag des Komponisten Wilhelm Berger zum 150. und sein Todestag zum 100. mal. In Boston am 9. August 1861 als Sohn eines Musikalienhändlers geboren, wuchs Berger in Bremen auf und studierte an der Königlichen Hochschule in Berlin. Er war im Musikleben seiner Zeit eine hochgeachtete Persönlichkeit, war Professor und Mitglied der Königlichen Akademie der Künste in Berlin und von 1903 bis zu seinem Tod Hofkapellmeister in Meiningen; seine Werke wurden von den besten Musikern aufgeführt (Fritz Steinbach dirigierte die Uraufführung der 1. Sinfonie, Felix von Weingartner die Berliner Erstaufführung der 2. Sinfonie, die Dresdner Hofkapelle unter Ernst von Schuch hob 1909 die Orchestervariationen op. 97 aus der Taufe, die 1910 auch vom Gewandhausorchester gespielt wurden, „mit außerordentlich glänzendem Erfolg“, so der Dirigent des Konzertes, Arthur Nikisch, in einem Telegramm an den Komponisten). Heute ist Berger, der am 15. Januar 1911 mit nur 49 Jahren an den Folgen einer Magenoperation in Jena starb, fast vergessen, obwohl seine Musik von herausragender kompositorischer Meisterschaft zeugt. Sein viel zu früher Tod auf der Höhe seines Schaffens und der nur wenige Jahre darauf einsetzende 1. Weltkrieg haben den Komponisten und sein im 19. Jahrhundert verwurzeltes Schaffen schnell ins Abseits gedrängt. „Doch in seiner Begabung steckte ein zu starker Kern, zu Schönes hat sie geschaffen, als dass nicht ein Tag der Auferstehung für ihn anbrechen sollte“, schrieb Bergers bisher einziger Biograph Gustav Ernest im Jahre 1931.
Während Bergers Kammermusik aus den Berliner Jahren von den Romantikern geprägt ist, kann man diejenige aus der Meininger Zeit zwischen Brahms und Reger, seinem Nachfolger als Meininger Hofkapellmeister, einordnen. Das Streichtrio op. 69 hat als romantisches Streichtrio Seltenheitswert, ebenso das Streichquintett op. 75 in der ungewöhnlichen Besetzung mit zwei Violoncelli (beide Werke entstanden 1898). Letzteres wurde von Joseph Joachim und seinen Kollegen uraufgeführt und erhielt einen Preis des Bonner Beethovenhauses. Das der Prinzessin Marie von Sachsen-Meiningen gewidmete Klarinettentrio op. 94 (1905) schrieb Berger für das Meininger Trio, das der Hofkapellmeister mit seinem Soloklarinettisten Richard Mühlfeld, der schon den Anstoss zu Brahms' Klarinettenkompositionen gegeben hatte, und dem Solocellisten Karl Piening formierte. Das Klavierquartett op. 100 aus dem Jahre 1908 ist Bergers letztes Kammermusikwerk. Es weist mit seiner zum Teil kühnen Harmonik schon über Reger hinaus. Dieses bisher unveröffentlichte Werk ist nun in der von Yuka Kobayashi und Christian Giger edierten Erstausgabe im Kamprad-Verlag Altenburg erschienen.
NEUERSCHEINUNG: Klavierquartett c-Moll op. 100 von Wilhelm Berger
Informationen zur Wilhelm Berger-Tagung am 4./5. Juni 2011 in Meiningen
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Konzerte zum 150. Geburtstag und 100. Todestag von
Wilhelm Berger
(geboren in Boston am 9. August 1861, gestorben in Jena am 15. Januar 1911)
Markkleeberg, 30. Januar 2011, 17h, Lindensaal
| Wilhelm Berger |
Klavierquartett c-Moll, Op. 100 |
| Johannes Brahms |
Streichsextett B-Dur, Op. 18 |
Dresden, 4. April 2011, 20h, Semperoper
| Wilhelm Berger |
Streichquintett e-Moll, Op. 75 |
| Alexander Zemlinsky |
Maiblumen blühten überall für Sopran und Streichsextett |
| Arnold Schönberg |
Verklärte Nacht, Streichsextett |
Fraureuth, 14. Mai 2011, 17h, Alte Turnhalle
| Gustav Mahler |
Klavierquartettsatz |
| Wilhelm Berger |
Streichtrio g-Moll, Op. 69 |
| Antonin Dvorak |
Klavierquartett Es-Dur, Op. 87 |
Meiningen, 4. Juni 2011, 19:30h, Schlosskirche
| Wilhelm Berger |
Streichtrio g-Moll, Op. 69 |
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Klarinettentrio g-Moll, Op. 94 |
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Klavierquartett c-Moll, Op. 100 |
Seeheim-Jugenheim, 29. Oktober 2011, Schloss Heiligenberg
| W. A. Mozart |
Duo B-Dur für Violine und Viola, KV 424 |
| Maurice Ravel |
Duo für Violine und Violoncello |
| Wilhelm Berger |
Streichtrio g-Moll, Op. 69 |
Leipzig, 15. Januar 2012, 18:00h, Mendelssohn-Saal des Gewandhauses
| Wilhelm Berger |
Streichtrio g-Moll, Op. 69 |
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Klarinettentrio g-Moll, Op. 94 |
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Klavierquartett c-Moll, Op. 100 |
Zwickau, 5. Februar 2012, 17:00h, Schumann-Haus
| Robert Schumann |
Romanzen für Violoncello und Klavier, Op. 94 |
| Wilhelm Berger |
Streichtrio g-Moll, Op. 69 |
| Clara Schumann |
Romanzen für Violine und Klavier, Op. 22 |
| Johannes Brahms |
Klavierquartett c-Moll, Op. 60 |
Leipzig, 12. Februar 2012, 11h, Opernhaus
| Wilhelm Berger |
Streichquintett e-Moll, Op. 75 |
| Alexander Zemlinsky |
Maiblumen blühten überall für Sopran und Streichsextett |
| Arnold Schönberg |
Verklärte Nacht, Streichsextett |
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